Selbstbestimmtes Leben und Sterben im Quartier

Homepage der Gruppe: www.lustiq.de

Mit dem Kürzel LuStiQ wird das das Anliegen der Gruppe beschrieben:

Leben und Sterben im Quartier

Wie können wir selbstbestimmt leben? In jedem Alter und so lange wie möglich. Gut leben und sterben in vertrauter Umgebung. Auch wenn die allermeisten Menschen sich dies für sich wünschen, sieht die Realität vielfach anders aus.  In einer durchrationalisierten und von dem Streben nach Geldmehrung bestimmten Gesellschaft werden die Interessen alter und schwacher Menschen nur all zu leicht missachtet.

Die Gruppe LuStiQ setzt sich für ein würdiges Leben auch für alte und schwache Menschen ein. Als Ausgangspunkt für ein menschliches Miteinander bietet sich häufig das unmittelbare Umfeld, das Quartier in dem die Menschen zusammen leben, an. Warum ist es nicht möglich, dass Menschen in einem Quartier sich umeinander kümmern? Kann man nicht Strukturen und Regelungen schaffen, die ermöglichen, dass Menschen, die sich täglich begegnen auch sorgsam und achtsam miteinander umgehen? Von diesen Strukturen können alle profitieren, die zu Pflegenden und auch die Pflegenden.

Das Buurtzorgmodell

In einem ersten Projekt ist es der Gruppe gelungen, professionelle Pfleger*innen und ehrenamtliche Helfer*innen für das aus Holland stammende Buurtzorgkonzept der ambulanten Pflege auch in Lüneburg zu gewinnen. Nach einer ausführlichen Vorstellung des Projekts ist derzeit eine Buurtzorg Pflege in Lüneburg im Aufbau.

Buurtzorg in Kürze:

  • Buurtzorg“ heißt „Nachbarschaftshilfe“. Ein ambulanter Pflegedienst, der 2007 von dem holländischen Krankenpfleger Jos de Blok ins Leben gerufen wurde. Gebt den Pflegekräften ihre Berufung zurück und schafft Rahmenbedingungen, dass sie die Menschen so betreuen können, wie sie es lieben.“ So formuliert er das Anliegen des Unternehmens. „Wenn Schwestern und Pfleger ihre Arbeit wieder schätzen, sind auch Patienten und Angehörige glücklich.“
  • Kleine mobile Pflegeteams von 4 bis 12 Fachkräften, die sich selbst organisieren. Keine Chefs und keine Hierarchien. Vertrauensvolle kollegiale Zusammenarbeit, Zeit für die eigentlichen Aufgaben des Pflegens.
  • Im Mittelpunkt stehen die Patienten. Sie haben maximal zwei Pflegekräfte als Bezugspersonen. Ziel ist, die Mobilität und Eigenständigkeit zu bewahren oder zurückzugewinnen.
  • Das soziale Umfeld (Angehörige, Nachbarn,…) wird eingebunden. „Buurtzorg“ bedeutet: ein Netzwerk im Quartier zu spinnen.
  • Der Pflegedienst ist nicht gewinnorientiert. Abgerechnet wird nach „verbrachter Zeit“, nicht nach „Pflegeleistungen“. Wenig Bürokratie, digitale Apps helfen dabei. Auf längere Sicht, so die holländische Erfahrung, spart das Modell Geld. Damit wächst der Spielraum für eine bessere Bezahlung der Fachkräfte. Politik und Pflegekassen müssen mitspielen – auch darum geht es.
  • Buurtzorg sieht den Aufbau eines breiten lokalen Unterstützungsnetzwerkes der Pflegekräfte rund um ihre Klienten unter Einbeziehung von Sozialarbeitern, Ärzten und Nachbarn vor.
  • Buurtzorg legt Wert auf eine systematische Präventionsarbeit und die Förderung der Selbstpflege.
  • Die Kosten sind längerfristig im Vergleich zu den konventionellen Pflegediensten um 30% niedriger
  • Die Beschäftigten die Holland haben Buurtzorg über mehrere Jahre zum attraktivsten Arbeitgeber des Landes gewählt haben.

Ausführlichere Informationen zu Buurtzorg:

Artikel in der Zeit aus dem Jahr 2018: https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-06/ambulante-pflegedienste-soziale-netzwerke-personal-mangel-niederlande-zeitdruck/komplettansicht

Homepage von buurtzorg Deutschland: https://www.buurtzorg-deutschland.de/

Kontakt und weitere Informationen zur Arbeit der Gruppe LuStiQ:
LuStiQ@zukunftsrat-lueneburg.de

 

 Gesprächsnotizen der Treffen der Gruppe LuStiQ: