KanditatInnen zur Wahl des Oberbürgermeisters im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern
Am vergangenen Donnerstag, den 14. Juli sprachen die KandidatInnen zur Wahl des Oberbürgermeister mit Bürgerinnen und Bürgern im gut besuchten Marcus-Heinemann-Saal des Museum Lüneburg darüber, wie sich die Stadt Lüneburg auf den Klimawandel mit zunehmenden Hitzephasen und starken Unwettern einstellen kann.
Der BUND, der Nabu und der Zukunftsrat Lüneburg hatten zu diesem Gespräch unter dem Titel „Vorfahrt Natur und Umwelt!?“ eingeladen. Nach kurzen Eingangsstatements hatten die BürgerInnen die Gelegenheit in kleinen Gesprächsgruppen mit den KandidatInnen ins Gespräch zu kommen.
In ihrem Eröffnungsstatement wies Ulrike Ahlers (BUND) darauf hin, dass es keinen Mangel an Konzepten zur Anpassung an den Klimawandel gibt. Lüneburg habe u.a. einen Landschaftsplan, ein Klimaanalyse-Gutachten und das Strategiekonzept „Resiliente Innenstadt“. Allerdings hapere es an der Umsetzung.
Bürger drängen die Politik schneller ins Handeln zu kommen
Dieses war dann auch immer wieder ein zentrale Thema bei den Gesprächen in den Kleingruppen. Die Maßnahmen zur Klimaanpassung werden viel zu langsam und zögerlich in Angriff genommen, so lautete die Kritik der BürgerInnen. Dies gelte vor allem, da es vielfach einige Jahre dauern wird, bis die Maßnahme (z.B: die Begrünung der Innenstadt) sich auf das Klima in der Innenstadt auswirken kann.
Entsiegelung und Begrünung wollen alle. Die Frage ist, in welchen Umfang.
In einer abschließenden Runde formulierten die anwesenden Kandidatinnen, für welche Maßnahmen sie sich besonders stark machen wollen , sollten sie gewählt werden. Frau Kalisch (Grüne) setzt sich besonders für eine Weiterentwicklung des Konzepts einer Schwammstadt ein. Damit legt sie einen Schwerpunkt auf umfassende Maßnahmen zur Entsieglung. In diesem Sinne will sie sich weiterhin um den weiteren Ausbau des Grüngürtels und die Umgestaltung des Marienplatzes bemühen. Frau Schröder-Ehlers (SPD) will sich für die Bepflanzung schattenspendender Bäume in der Stadt und langfristig besonders für Thema Wasser ( Trinkwasser, Regenwasser, Abwasser) und den Bau von Überschwemmungsgebiete stark machen. Herr Soldan (FDP) liegt die Schaffung kleiner Mikroparks in Wohngebieten am Herzen. Es geht ihm um die Begrünung von Gärten mit naturnahen heimischen Pflanzen und Schaffung von kleinen Biotopen außerhalb der Innenstadt.
Heimische Pflanzen auf öffentlichen Beeten benötigen weniger Pflege und dienen der Umwelt
Herr Pauly (Volt) spricht sich ebenfalls für die Schaffung von künstlichen Überschwemmungsgebieten im städtischen Raum aus. Hierzu gehört für ihn die Umwidmung von Verkehrsraum durch mehr Platz für Fahrräder und Fussgänger. Dies eröffne Räume für Entsiegelung. Er spricht sich auch für die Bepflanzung öffentlicher Beete mit weniger pflegebedürftigen heimischen Pflanzen aus. Dies spare Arbeit und nutzt dem Klima. Herr Goralcyk (CDU – in Vertretung des von Herrn Pietruck) spricht sich ebenfalls für mehr Entsiegelung und Begrünung im Innenstadtbereich aus, weist dabei aber auch auf die Interessen der Wirtschaft vor Ort hin. Herr Dedow ( Die Partei) schlägt eine komplette Entsiegelung der Straße „Am Sande“ und die Schaffung eines Planschbeckens an der Stelle vor. Das Konzept einer essbaren Stadt möchte er durch eine „rauchbare“ Stadt erweitern. Ein Vorschlag, der von Anwesenden mit Schmunzeln aufgenommen wird.
Der Zukunftsrat freut sich über das große Interesse an der Veranstaltung und den konstruktiven Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Die Diskussion hat gezeigt: Klimaanpassung ist ein zentrales Thema für die Zukunft Lüneburgs – jetzt kommt es darauf an, die vorhandenen Konzepte konsequent umzusetzen.
Eindrücke von der Veranstaltung
Fotos: Malte Hübner










Bericht zur Veranstaltung in der Landeszeitung: Wahlforum in Lüneburg: Was die OB-Kandidaten für das Stadtklima planen
